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Frühneuzeitlicher Nationalismus und romanitas: Petrarcas Italia mia1

Gerhard Regn

Abstract


Es ist nicht ohne Ironie, dass Petrarca als Vater des europäischen Lateinhumanismus in die Geschichte eingegangen ist, obschon sein Programm der renovatio litterarum nicht nur keine europäische Orientierung aufweist, sondern einer solchen regelrecht widerspricht. Denn die Wiedergeburt der literarischen Kultur aus dem Geist der Rückbesinnung auf eine ‘wahre’ und damit postmittelalterliche romanitas fungiert bei Petrarca als Impetus für die Ausbildung eines frühneuzeitlichen Nationalismus, in dem Italien weniger Partner, denn Gegner seiner europäischen Nachbarn ist. Dies tritt besonders deutlich dort in den Blick, wo Petrarcas literarisches Programm der Rom-Renaissance in die politische Wirklichkeit Italiens hineingespielt wird. Ein prägnantes Beispiel dafür ist die große Italienkanzone, die der Poet in seinen Canzoniere integriert und so über den Status einer bloß situationsgebundenen Gelegenheitsdichtung hinausgehoben hat.

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